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Meine Arbeit als Test-/Betaleserin

 

Hey ihr Lieben,

mit Autoren an ihren Werken zu arbeiten, es von der Rohfassung bis hin zum fertigen Werk begleiten zu dürfen, war etwas, das ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können. Es war ein Traum, wo ich nie gedacht hätte, das dieser je in Erfüllung gehen wird.

 

Bereits seit fast 4 Jahren bin ich nicht nur Bloggerin, sondern ebenfalls ging für mich genau dieser Traum in Erfüllung, denn ich darf als Test-/Betaleserin bei divesen Autoren fungieren.

Es ist eine Arbeit, die ich nicht nur zu lieben sondern auch enorm zu schätzen gelernt habe.

Obwohl sehr viel Arbeit dahinter steckt, möchte ich diese nicht mehr missen, denn sie ist es, die mich oft von meinen Gedanken und dem Alltag ablenkt. Eine Arbeit die mich ausfüllt, und die mich trotz des Stresses glücklich macht.

 

Während ich als Testleserin fungiere, vergesse ich alles um mich herum. Ich blende alles aus und konzentriere mich einfach nur auf das Manuskript - auf die Rohfassung eines Buches.

 

Denn ich bekomme die Werke in Rohfassung, und nicht so, wie ihr sie dann später im Handel kaufen könnt.

Warum ausgerechnet du?

Sobald ich als Testleserin fungiere, bekomme ich oft Nachrichten wie:

Ich bin ja sooooo neidisch auf dich. Du darfst das Werk bereits jetzt schon lesen, ich aber nicht. Das ist nicht fair!

 

Diese Aussagen lassen mich oft nicht nur mit einem Kopfschütteln zurück.

Wenn ich ehrlich bin, ist die Nachricht, die ich oben abgetippt habe, eine der harmlosen Nachrichten. Es gibt jedoch auch Nachrichten die sehr provokant und/oder sogar verletzend sind.

 

Hier bin ich dann wieder die, die an sich zweifelt.

Ich zweifel daran, ob es richtig ist meinen Traum weiter nachzugehen und ihn zu verfolgen.

Ich stelle mir fragen wie:

Warum zweifelst du nun an dir?

Warum möchtest du wegen andere auf deinen Traum verzichten?

Warum lässt du dich so schnell einschüchtern?

 

Aber im Endeffekt denk ich mir dann am Ende nur, der Autor wird schon genau wissen, warum er mit mir zusammenarbeiten möchte.

Er wird seine Gründe haben, ob ich die teils weiß, oder auch nicht. Sie wissen eigentlich sehr genau was sie tun, und vor allem, mit wem sie zusammenarbeiten möchten.

 

Wenn ihr wissen wollt warum es ausgerechnet die ein oder andere Person ist, dann müsst ihr in diesem Punkt den ein oder anderen Autor selber fragen.



Die Zusammenarbeit

Eines was ich euch jedoch beantworten kann ist, das zwischen Testlesern und Autoren eine gewisse Vertrauensbasis herrschen sollte.

 

Denn eines ist gewiss, es ist eine enge Zusammenarbeit, die man nicht unterschätzen sollte.

Man darf sich demnach nicht scheuen auch einmal Kritik zu äußern wenn einem etwas nicht gefällt. Aber denkt daran, das es wenn konstruktive Kritik sein sollte, wobei dies ja eigentlich auf der Hand liegen sollte.

Denn nur ein OMG es ist so so toll, bringt hier niemanden weiter.

 

Ein Autor vertraut auf euer Feedback, also  sollte man hier Gewissenhaft vorgehen.



Die Arbeit dahinter

Sobald ich als Testleserin fungier, hat dieses Werk für mich oberste Priorität.

Alles andere rückt dann vorerst in den Hintergrund (ausser natürlich mein realer Job).

Dennoch passiert es nicht selten, das ich auch die ein oder andere Nachtschicht hierfür einlege, denn schließlich basiert das Testlesen auch oft genug unter Zeitdruck.

Es kam auch öfters schon vor, das ich meine Lektüre die ich gerade erst zu lesen begonnen hatte, aufgrund dessen vorest zur Seite legen musste.

 

Trotz des vorhandenen Zeitdrucks, bleibt es aber nicht aus, die Lektüre gründlichst zu lesen und strukturiert durchzuarbeiten.

 

Ich bin jemand, der sich zu diversen Sachverhalten oder aber auch zu den ein oder anderen Charakteren gern Notizen macht. 

Alles auf Anhieb zu behalten, besonders auch Zusammenhänge oder aber gewisse Handlungsstränge ist meist ein Ding der Unmöglichkeit.

Schließlich kann es auch dem Autor mal passieren, das er die Namen aus versehen durcheinander wirbelt, wo die eigenen Notizen dann sehr hilfreich sein können.

Im Klartext heißt es eigentlich, das man als Testleser besonders auf Logikfehler achten sollte.

Diese können wie im oberen Bsp. Namensverwechslungen sein, oder aber auch, das die Protagonistin in der einen Szene ein Jeans und in der nächsten Szene zur selben Zeit z.B. ein Rock trägt.

Ich könnte diese Liste hier noch endlos lang weiter führen.

 

Worauf ich persönlich neben Logikfehlern achte sind Handlungsstränge, die Charaktere, die Atmosphäre und sogar auf die Stimmung.

Die Frage die man sich  bei diversen Szenen stellen sollte ist:

  • Was möchte der Autor einem vermitteln?
  • Erreicht er mich?
  • Was löst die Szene bei mir aus?
  • Welche Emotionen sind vorhanden?
  • Fehlt mir hier etwas? Wenn ja, was?

All dies gehört meines Erachtens immer wieder dazu.

 

Ist es einfach?

Gewiss nicht.

Auch mir verlangt es nach all den Jahren immer noch viel ab, weshalb ich manch ein Kapitel auch 10 x lesen muss um zu wissen was mir dort eventuell fehlt und warum.

 

Ein Feedback zu verfassen, ist für mich ebenfalls nicht einmal eben gemacht, außer es ist eine Zusammenfassung der Highlights und Mängel. Für ein ausführliches Resumé für den Autoren, sitze ich dann doch schon mal gern 1-2h am Laptop. Denn es dauert manchmal bis all meine Gedanken und Notizen im Einklang sind und ich diese logisch niedergeschrieben habe.

Selbst nach der Abgabe des Resumé´s ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen, denn teils beginnt dann erst der richtige Austausch, wie man manch eine Szene noch kraftvoller gestalten könnte, oder wie man Gefühle noch intensivieren kann.

 

Wie ihr also seht, besteht ein Testlesen nicht nur aus runter lesen und Feedback geben, sondern aus so viel mehr.

Do´s & Dont´s

Do´s

  • Logikfehler
  • Handlungen
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Stimmung
  • Notizen machen
  • Konstruktive Kritik
  • auf Emotionen achten
  • Gefühlsbasis (erreichen dich die Emotionen?)
  • Resumé

Dont´s

  • einfach runter lesen
  • angreifende Kritik
  • JUHU es ist sooo sooo toll (und keine weiteren Definitionen dazu anbringen)
  • keine Erläuterungen warum man etwas gut und/oder schlecht fand

Anfragen

Um es hier auch noch einmal deutlich zu erwähnen:

Ja, ich nehme auch neue Autoren auf, mit denen ich bis dato noch nicht so eng zusammengearbeitet habe, um für diese dann als Testleserin zu fungieren.

 

Jedoch muss ich an diesem Punkt gestehen, das ich hier dann tatsächlich etwas erwarte.

Es ist jedoch nichts, was niemand bewältigen könnte, sondern es geht ausschließlich um eine ordentliche schriftliche Anfrage, die keine Copy&Paste Nachricht enthält, sondern, in der hervorgeht, das ihr euch mit mir und meinen Blog auseinander gesetzt habt.

Ihr solltet mir in dieser Anfrage erläutern können, warum ihr ausgerechnet mit mir zusammenarbeiten möchtet, und in welchen Zeitraum ihr dies anberaumt.

Denn eines wissen wir alle.

Zu allem was wir tun, gehört ein gut organisiertes Time-Managment.

Ich hoffe, das ich in diesem Artikel einige Fragen bezüglich der Arbeit als Testleserin beantworten konnte, falls nicht, und ihr habt noch welche, dann scheut euch nicht mir eine Nachricht zu schreiben.

 

Eure Saskia

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Kommentare: 5
  • #1

    Yvonne (Samstag, 02 Februar 2019 19:06)

    Liebe SASKIA, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich bin ganz neu als Testleserin tätig und mir war bisher nicht wirklich klar was das eigentlich bedeutet. Ich werde mir deine Tipps abspeichern und beim nächsten Buch beachten. Liebe Grüße Yvonne

  • #2

    Nina (Samstag, 02 Februar 2019 19:22)

    ein toller Beitrag, so wahr! Du machst einen tollen Job und hast dir das verdient. lass dir das nie kleinreden. Man wird immer Neider haben. Je weiter man im Leben kommt, desto mehr sogar!
    lg nina MacKay

  • #3

    Janet (Samstag, 02 Februar 2019 21:09)

    Liebe Saskia,

    du hast es auf den Punkt gebracht, danke schön.

    Liebe Grüße
    Janet

  • #4

    Anne (Sonntag, 03 Februar 2019 12:44)

    Liebe Saskia, ein toller Beitrag :) ich liebe es ebenfalls Testleserin zu sein und kann deinem Beitrag klar zustimmen :)
    Schönen Sonntag noch ☺

  • #5

    Jo Berger (Donnerstag, 07 Februar 2019 10:34)

    Liebe Saskia,
    ein toller Beitrag! Du hast es auf den Punkt gebracht.

    Liebe Grüße
    Jo Berger